09.12.2017

Resümees, Bezirksliga: Hochwälder Gipfelstürmer

SG Hochwald geht als Spitzenreiter in die Winterpause

Entwickelte sich in dieser Saison als Kapitän im zentralen Mittelfeld zum Torjäger: Martial Servais (blaues Trikot, gegen Bitburgs Taner Weins) von der SG Ralingen. Foto: Archiv

Weihnachtszeit ist auch Zeit für Einschätzungen, Analysen und Resümees. Das 11ER-Fußballmagazin blickt auf eine intensive, spannende und auch spielerisch auf hohem Niveau stehende Saison in der Bezirksliga zurück. Oben haben sich mit der SG Hochwald, der Schweicher Mosella und den beiden punktgleichen Eifelteams aus Bitburg und Arzfeld die führenden Teams herauskristallisiert. Auch Geisfeld ist dabei.

SG Hochwald
Die SG Hochwald setzt ihre Entwicklung fort und hat sich – für viele nicht überraschend – an die Pole Position gesetzt. Mit der Rückholaktion des verlorenen Sohnes, Robin Mertinitz, gelang den Verantwortungsträgern im Hochwald nicht nur eine spektakuläre Verpflichtung, der schnelle Einbau des offensiv universell einsetzbaren Zehners garantierte auch Tore und Siege. Weil sich das Verletzungspech in Grenzen hielt und es das Spielertrainer-Duo Florian Lorenz und Fabian Mohsmann glänzend verstand, viele verschiedene Charaktere unter einen Hut zu bringen, musste das Team zwangsläufig ganz oben stehen. Im Team wimmelt es an Erfahrung: Spieler wie Lorenz, Mohsmann sowie Timo und Robin Mertinitz haben Oberliga und höher gespielt, die Laufwege haben sich im Verlauf der Hinrunde optimiert, die Effizienz ließ teilweise noch zu wünschen übrig. Mit Ballbesitzfußball, Kämpfernaturen und Spielern, die ein hohes Spiel- und Kombinationsverständnis, aber auch taktische Disziplin mitbringen, besitzt die SGH eine gute Struktur, eine klare Hierarchie und auch alterstechnisch ist alles im Lot. „Mit der Hinrunde und den Spielen darüber hinaus sind wir absolut zufrieden. Die Mannschaft hat einen Schritt nach vorne gemacht, ist reifer geworden. Wenn wir diese Entwicklung bestätigen können, sind wir im Frühjahr ein Titelkandidat, obwohl derzeit niemand dieses Wort in den Mund nimmt“, will Fabian Mohsmann und das Team der SG Hochwald die exponierte Stellung zementieren.


TuS Mosella Schweich
Die Mosella kam spät auf Touren, schaffte es aber rechtzeitig in die Spitzengruppe. Am Anfang der Saison ereilte der TuS das Verletzungspech, teilweise fielen bis zu acht Stammspieler aus. Mit einer nachhaltigen Jugendarbeit, einem akribisch arbeitenden Trainer Jochen Weber und dem wiedergewonnenen Selbstvertrauen blieb die Mosella zuletzt in vier Spielen in Folge siegreich. Aus den letzten sechs Partien gelangen sogar fünf Siege. Langwierige Verletzungen von Leistungsträgern wie Marc Pitsch, Carsten Reis, Maxi Gäbler, Thomas Schleimer oder Christoph Madert wurden gut kompensiert. Die Rückkehr von Alex Schabo aus dem zweiten Glied machte sich ebenfalls positiv bemerkbar. Mit nur zwei Punkten Rückstand zur SG Hochwald hält Schweich im Frühjahr alle Trümpfe selbst in der Hand, um in die Rheinlandliga zurückzukehren. Kaderbreite und Kaderqualität sind in jedem Fall vorhanden.

FC Bitburg
Der FC marschierte zu Beginn der Runde vorneweg, besaß eine ausgezeichnete Form und einen breiten sowie qualitativ hochwertigen Kader, der auf den ersten Blick jeglichen Ansprüchen einer Rheinlandliga standhalten würde. Das Stürmertandem Kevin Arbeck und Andreas Neuerburg blieb verletzungsfrei und traf aus allen Lagen. Doch in den letzten Wochen machte sich der Schlendrian breit: Spiele wurden in der Schlussphase abgeschenkt, Undiszipliniertheiten und fehlende Siegermentalität lähmte das hochgelobte Ensemble aus der Bierstadt, das unter qualitätstechnischen Gesichtspunkten der allererste Anwärter für die Verbandsliga ist. Zuletzt stockte die Angriffsmaschinerie, die letzten drei Spiele wurden nicht mehr gewonnen. Augenscheinlich ist, dass die Abwehr nach der Verletzung von Taner Weins nicht mehr in der Lage war, kompakt und robust zu agieren. Flüchtigkeitsfehler, aber auch grobe Schnitzer ermöglichten es den Gegnern, die volle Punktzahl zu entführen. Trainer Fabian Ewertz gilt als größter Kritiker der eigenen Mannschaft. „Wir haben oft ein Mentalitätsproblem, lassen zwei, drei guten Spielen ein schlechtes folgen. Die Konstanz über einen längeren Zeitraum fehlt. Einige Spieler sind nicht in jedem Spiel bereit, die Zweikämpfe anzunehmen, Kampfeswillen und Laufbereitschaft zu zeigen. Wenn Du in einigen Spielen vieles vermissen lässt, brauchen wir uns über den Aufstieg nicht zu unterhalten. So stehen wir auch im Frühjahr weiter unter Druck.“ Als Glücksgriff erwies sich der von der TuS Koblenz in die Bierstadt gewechselte Davis Spruds, der mit jugendlicher Unbekümmertheit, einem guten Auge und seiner Kopfballstärke eine Bereicherung darstellt. Spruds sollte jedoch seine Nerven besser im Griff halten. Auch Kai Edringer brachte sich mit Qualität und Präsenz gut ins Bitburger Team ein, kassierte aber in Arzfeld zuletzt eine völlig unnötige Gelb-Rote Karte. Mit der Rückkehr von Weins, Tobias Maier und der Siegermentalität ist das Team auch in der Rückrunde in der Lage, nochmals oben anzugreifen. Gelingt das nicht, wäre das Thema Rheinlandliga schon frühzeitig vom Tisch. 

SG Arzfeld
Der Ligadebütant aus der Westeifel spielt eine bemerkenswerte Saison und hat sich als bester Aufsteiger in der Spitzengruppe etabliert. Mit dem 6:2-Erfolg gegen den FC Bitburg gelang zuletzt auch der zweite Husarenstreich gegen die Bierstädter, nachdem das Team von Andreas Theis schon das Hinspiel mit 4:3 gewann. Mit Hurrafußball, einigen superschnellen Konterfußballern und einer sattelfest agierenden Abwehr ist es Theis und seinen Nebenleuten gelungen, eine hohe Stabilität zu erreichen und Formschwankungen schon früh im Keim zu ersticken. „Wir haben aus dem Sommer eine überragende Euphorie mitgenommen und eindrucksvoll bewiesen, dass wir in der Bezirksliga mithalten können. In ganz vielen Spielen haben wir eine super Leistung gebracht und sind immer in der Lage, jeden Gegner zu schlagen. Ich bin optimistisch, dass wir die 40 Punkte zum Klassenerhalt schnell holen werden, um ohne Druck die Saison zu Ende zu spielen“, übt sich Andreas Theis sogar in gepflegtem Understatement. Mit dem jungen Jannik Nosbisch, der gegen Bitburg in seinem ersten Bezirksligaspiel gleich seinen ersten Treffer erzielte, und dem wieder genesenen Matthias Ewertz ist das Team aus der Westfeifel nochmals stärker einzuschätzen.

SG Geisfeld
Die Hochwälder haben auch in dieser Saison bislang ihr gewachsenes Leistungsvermögen unter Beweis gestellt. Platz fünf mit der klaren Option nach oben lassen Trainer Timo Zeimet zufrieden ins kommende Frühjahr blicken. „Uns ist eine Steigerung im kämpferischen, mentalen und auch spielerischen Bereich gelungen und wir wollen im Frühjahr weiter oben mitmischen. Das Team ist auf einem guten Weg“, sagt Timo Zeimet, der zuletzt in sechs Spielen ungeschlagen blieb und 14 Punkte einfuhr. In den Spielen gegen Neumagen, Schweich und Kröv blieb Geisfeld dreimal in Folge ohne Gegentor. Im Aufeinandertreffen mit dem Ligaprimus SG Hochwald gleich zu Beginn der Rückrunde wird sich zeigen, wie weit das Team wirklich ist.

SG Lüxem/Wittlich
Der Aufsteiger aus Wittlich hat eindrucksvoll gezeigt, wie kompakt, spielstark und effizient eine Mannschaft aus der A-Klasse auch eine Etage höher bestehen kann. Trainer Markus Schwind hat es geschafft, mit großer Beharrlichkeit, fußballerischer Kompetenz und pädagogischem Geschick die unterschiedlichen Charaktere in der Mannschaft zu einer funktionierenden Einheit zu formen. „Die Mannschaft hat richtig Gas gegeben und sich für ihre disziplinierte und taktisch sehr ordentliche Leistung belohnt. Mit 29 Punkten können wir sehr zufrieden sein. Unser Ziel bleibt der frühe Klassenerhalt, damit wir rechtzeitig die Personalplanungen für die neue Saison angehen können. Arbeitet das Team weiter hart an sich und setzt meine persönlichen Vorgaben zu 100 Prozent um, können wir uns im oberen Tabellensegment stabilisieren.“ Das 5:0 gegen die SG Buchholz bescherte dem Coach einen tollen Jahresabschluss.

SG Ruwertal
Für die SG Ruwertal geht es in dieser Saison um hopp oder top. Unentschieden sucht man in der Statistik vergeblich. Acht Siegen stehen sieben Niederlagen gegenüber. Der siebte Platz entspricht auch in etwa dem Leistungsvermögen der Mannschaft von Jan Stoffels, die sich oft mit Verletzungsproblemen herumschlagen musste. Die Rückkehr von Nico Repplinger brachte in den letzten Spielen eine zunehmende Stabilität. So gelangen aus den letzten vier Partien immerhin drei Siege. Kommt beispielsweise Fabian Regel aus der Verletzung zurück, kann sich die SGR auch auf Platz fünf wiederfinden.

SG Sauertal Ralingen
Der Aufsteiger aus dem Kreis Trier/Saarburg kam schwer in die Saison, musste etliche Verletzungen von Leistungsträgern akzeptieren und fand sich schnell auf einem direkten Abstiegsplatz wieder. Doch mit der Rückkehr einiger Rekonvaleszenten und zu einer kompakten Viererkette stabilisierte sich das Team auf gutem Niveau. Daran ändert auch die blamable Klatsche gegen Wallenborn nichts. „Wir haben anfangs zu viele individuelle Fehler gemacht und ein bisschen gebraucht, um uns in der Bezirksliga zu akklimatisieren. Nach der Niederlage in Arzfeld haben wir uns gefangen und Stabilität reinbekommen. Zwischendurch konnten wir viele Punkte einfahren, haben nur in Schweich verloren. Wichtig war, dass wir unsere Heimstärke wieder gefunden haben und dort viermal in Folge gewannen.“ Für das kommende Frühjahr erwartet Trainer Frank Wagner zunächst eine konzentrierte Vorbereitung. „Wir müssen so viele Tugenden auf den Platz bringen, dass wir in jedem Spiel etwas erreichen können. Das erste Spiel gegen Zerf wird megaschwer. Ich denke, wenn wir in jedem Spiel bis an die Leistungsgrenze gehen, eine kompakte Teamleistung bringen und unsere Chancen besser nutzen, sollte das Ziel Klassenerhalt möglich sein. Wir müssen vier Mannschaften hinter uns lassen.“

SG Schneifel Stadtkyll
Licht und Schatten wechselten sich beim Vizemeister des Vorjahres ab. Mit einem kompletten personellen Umbruch und großem Verletzungspech hatte es der erfahrene Coach Jörg Stölben schwer, über einen Mittelfeldplatz hinauszukommen. Im Rheinlandpokal gelang mit dem Einzug ins Viertelfinale ein beachtlicher Erfolg. „Durch den kompletten Umbruch und die vielen Verletzten fehlt die Erfahrung. So hat eigentlich nur Kalle Phlepsen Rheinlandliga gespielt. Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern und vor allem unsere Fitness steigern. Die Mannschaft hat aber einen enormen Lernprozess durchgemacht“, weiß Coach Jörg Stölben. Siegreich ist die Mannschaft immer dann, wenn sie die Mentalität umsetzt, die Zweikämpfe gewinnt und defensiv die Ordnung behält. Stölben hofft, nach der Pause ein, zwei A-Jugendspieler zu etablieren. Kommen neben Stammtorwart Stephan Simon die restlichen sechs Spieler aus der Rekonvaleszenz zurück, kann das Team auch in diesem Jahr sorgenfrei einen Platz im gesicherten Mittelfeld anvisieren.

SG Wallenborn
Im vierten Jahr ihrer Bezirksligazugehörigkeit hat sich das Team von Stephan Zimmer und seinem spielenden Co-Trainer Andreas Hesslein etabliert, doch ganz sorgenfrei ist man auch nach dem 8:1-Kantersieg im Sauertal nicht. Das Team stürmte mit einem Traumstart in der Anfangsphase der Saison auf den ersten Platz, doch zahlreiche Unentschieden sorgten für einen tabellarischen Absturz bis in die Abstiegszone hinein. Mit dem 8:1-Sieg in Ralingen hat das Team von Stephan Zimmer die Kurve bekommen. Zum Wallenborner Lieblingsgegner avancierte in jedem Fall die Sauertaler Aufstiegsmannschaft, die es den Eifelern ermöglichte, ihr Torekonto gehörig aufzustocken. Immerhin gelingen einer Mannschaft kaum einmal 16 Tore in zwei Spielen gegen den gleichen Gegner. „Mit so einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen, war eminent wichtig. Denn wenn Du fast drei Monate Pause hast, hast Du das letzte Spiel immer im Kopf.“ Das Resümee von Zimmer fällt differenziert aus. „Wir haben zu viele einfache Punkte liegen gelassen und etliche Spiele in den Schlussminuten verloren, weil die Konzentration nachließ. Wir schalten häufig in den letzten zehn Minuten einfach ab, wie gegen Geisfeld und auch gegen Konz. Wir hoffen im Frühjahr auf den kompletten Personalbestand.“ Dann kommen Pascal Haak, Florian von Landenberg und Hesslein zurück.

TuS Kröv
Die Kröver sind momentan das Sorgenkind der Liga. Nicht nur, weil Trainer Jens Hoffmann vor sechs Wochen freiwillig das Handtuch warf, sondern weil das Team seine vorhandene Qualität nicht ausschöpft und oft unglücklich verliert. So setzt sich die schmale Punkteausbeute aus zwei Siegen und drei Unentschieden zusammen. Wie eng die Niederlagen gestrickt sind, belegt die Tatsache, dass die höchste Niederlage aus einem 0:3 gegen Geisfeld resultiert. Dagegen stehen sieben Spiele, wo die Moselaner nur mit einem Tor unterlegen waren. Philipp Irmisch, bislang zweiter Mann hinter Hoffmann, soll jetzt zumindest den Karren bis zur Winterpause flott machen, denn mit dem Nachholspiel gegen die SG Ruwertal am Sonntag könnte die Mannschaft mit einem Sieg ihr Selbstvertrauen wieder aufpolieren.
SG Saartal Schoden Zu den großen Enttäuschungen der Liga zählt zweifelsohne die SG Saartal. Der Absteiger aus der Rheinlandliga kam mit einem modifizierten, aber dennoch hochwertigen Kader in die Bezirksliga und erfüllte nur in der ersten Phase der Saison die hochgesteckten Erwartungen. Coach Thomas Berens kann nicht zufrieden sein. „Uns fehlt die Konstanz und die Cleverness in entscheidenden Phasen der Spiele. Wenn Du aus den letzten fünf Spielen nur einmal gewinnst, kannst Du nicht erwarten, dass Du oben mitspielst.“ Der geneigte Fußballfreund kommt indes zu der Erkenntnis, dass die Saartaler jetzt sogar um die Klassenzugehörigkeit bangen müssen, sollte eine hundertprozentige Kehrtwende im Frühjahr ausbleiben. Zwar ist Lukas Kramp nach wie vor ein guter Goalgetter, doch seine Pausen, die er sich gönnt, sind dem Mannschaftsgeist abträglich. Mit Dominik Lorth, Andre Paulus, Fabian Müller und Nicolas Jakob besitzen die Schodener eine extrem gute Offensive, doch der Ertrag ist im Gegensatz zur
Dominanz gering. Die jungen Tim Helmstetter, Julian Paulus, Julian Thielen und Lucas Thinnes können das Loch nicht ohne Weiteres stopfen. Im Frühjahr muss deshalb vor allem im mentalen Bereich ein Umdenken her, damit die SG Saartal ihre ursprüngliche Qualität wieder auf den Rasen zaubern kann. 

SV Konz
Wegen der schwachen Startphase konnte einem schon angst und bange werden. Der SV Konz steckte in einer mentalen Krise, die sich in desaströsen Ergebnissen niederschlug. So gelang aus den ersten fünf Spielen nur ein Punkt – die hohen Niederlagen gegen Stadtkyll (1:5), Buchholz (2:5) und Geisfeld (0:5) ließen Selbstvertrauen und Moral sinken. Weil mit der Reaktivierung von Jan Wrobel und Merlin Weis zwei spielstarke Eckpfeiler zurückkehrten, auch Spielertrainer Christian Mai wieder aushalf und Torjäger Tim Kugel seine Ladehemmung ablegte, kamen die Saar-Mosel-Städter wieder auf Kurs. So blieb der SVK in acht Partien fünfmal siegreich und holte in dieser wichtigen Phase 17 Punkte. Zuletzt präsentierte sich die Abwehr wieder lückenhaft. Zweimal fünf Gegentore gegen Bitburg (4:5) und Wallenborn (0:5) bedeuteten einen Rückfall in alte Zeiten. „Wenn wir Teamgeist, Mentalität und mannschaftliche Geschlossenheit zeigen, sind wird schwer zu schlagen. Wir haben gute Einzelspieler, die sich den Interessen der Mannschaft unterordnen. Wir können zudem gut Fußball spielen“, bringt Christian Mai, der gemeinsam mit Stephan Schwarz in der sportlichen Verantwortung steht, die Stärken der Mannschaft zum Ausdruck. Beim 1:1 in Zerf gegen den Tabellenführer bewies der SV Konz wieder defensive Stärke und ein solides Zweikampfverhalten. So wird der SVK auch nach der Winterpause in jedem Spiel an seine Grenzen gehen müssen, um die Klasse zu halten. Das spielerische Potenzial ist jedenfalls vorhanden. Und einen so treffsicheren Torjäger wie Tim Kugel (15) hat auch nicht jede Mannschaft. Steffen Hausen, Tim Bühringer, Tim Laudwein und Oliver Esch werden im Team zurückerwartet, mit Andreas Peuser ist ein neuer A-Jugendspieler auch für die erste Mannschaft spielberechtigt. Konz eröffnet die Rückrunde mit einem Nachholspiel (25.2.) gegen Stadtkyll.

SV Leiwen-Köwerich
Der Abstieg aus der Rheinlandliga nach nur einer Saison hinterließ vor allem personelle Spuren. Mit Xavier Alsina-Fonts, Nils Engemann, Frank Chalve, Lukas Bollig, Daniel Alsina-Fonts und Ramon Stief verließen überdurchschnittliche Spieler, die vor allem in der Offensive agieren, den Verein. Die Folge ist ein Abstiegsplatz mit Beginn der Winterpause. Vor allem ab Mitte Herbst verlor das Team zu viele Spiele, wenn auch oft nur knapp.
Aus den letzten sieben Partien gingen fünf verloren, nur einmal (gegen Lüxem 2:1) gelang ein Auswärtsdreier.
Zuletzt musste man sich den beiden Aufsteigern aus Ralingen und Arzfeld jeweils mit 1:2 beugen. Der damit verbundene Absturz auf Rang 14 kann spätestens am 25. Februar im Nachholspiel bei der SG Ruwertal repariert
werden. Bis dahin wird an der Mosel vor allem im Offensivbereich jede Menge Arbeit anfallen. Denn Heiko Schmitt
allein, der es auf elf Treffer und damit auf fast die Hälfte aller Leiwener Tore brachte, kann es nicht richten. Hier wird es darauf ankommen, wie schnell sich die jungen Wilden um Lukas Jakobi, Jonas von dem Bruch, Raphael Thömmes oder Tom Jostock entwickeln. Doch allzu lange sollte man sich damit nicht aufhalten. Spielerisch hat das Team von Timo Toppmöller das Zeug, die Klasse zu halten und eine Bezirksliga ohne den Liga-Dino ist ohnehin nicht vorstellbar.

SG Buchholz
Die Berg- und Talfahrt der Manderscheider ist exemplarisch für den wechselhaften Saisonverlauf jener Mannschaft, die sich in der vorigen Saison nur dank eines furiosen Endspurts unter „Feuerwehrmann“ Christian Mergens in der Liga hielt. Der neue Trainer Thomas Schäfer, der zuvor vier Jahre lang den Mosel-A-Ligisten Minderlittgen-Hupperath erfolgreich coachte und ihn über die B-Klasse bis in den Spitzenbereich der Kreisliga A führte, hatte es von Beginn an nicht leicht. Vor allem die zahllosen Ausfälle machten dem sympathischen wie akribisch arbeitenden Schäfer das Leben schwer. Gute Phasen wechselten sich mit durchwachsenen Abschnitten ab, doch weil das Team zu oft verlor (zehnmal), kam es über Rang 13 nicht hinaus. Nach einem Fehlstart fing sich das Team schnell und legte mit vier Siegen am Stück den Grundstein dafür, dass es jetzt nicht auf einem Abstiegsplatz steht. Doch die Luft ist nach den neuerlichen Pleiten gegen Ruwertal (2:3), Zerf (1:2), Schoden (0:4), Stadtkyll (2:3) und Lüxem (0:5) wieder dünner geworden. Thomas Schäfer bilanziert eine „extrem schwierige Personalsituation, die uns in den letzten Wochen nie mit der Wunschelf spielen ließ. Wir haben jetzt 19 Punkte und hätten einige mehr erreichen können, wenn wir komplett gewesen wären. Doch wir liegen in Schlagdistanz zum Mittelfeld und könne über eine gute Wintervorbereitung nochmal zulegen“. Am 20. Januar bittet Schäfer zum Trainingsstart, dann auch hoffentlich wieder mit Dominic Klein, Dennis Schiffels, Jonas Schlösser und Sebastian Klein.

SG Neumagen-Dhron
Man glaubt es kaum: Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres rangierte die SG Neumagen auf einem sensationell anmutenden dritten Tabellenplatz. Doch das Team von der Mosel ist weit weg von besseren Tagen und akut
abstiegsgefährdet. Es hapert an allen Ecken und Enden. Denn mit 41 Gegentreffern ziert man gemeinsam mit Konz und Buchholz das Tabellenende in dieser Rubrik und 19 erzielte Treffer deuten auf eine harmlose Abteilung Attacke. Dabei schien das Team eingespielt – lediglich Jan Weber verließ den Klub in Richtung Rheinlandliga zum FSV Tarforst. Der aus Leiwen zurückgekehrte Lukas Bollig und der aus Morbach verpflichtete Raphael Rauls konnten diesen Verlust scheinbar nicht auffangen. Hinzu kamen die Ausfälle von Christoph Eifel sowie Christoph Bechtel, Maurice Klaeren und Luca Hermandung. Inzwischen sind alle Verletzten bis auf Klaeren zurück, doch mit Uwe Heinsdorf ist der Trainer weg. Dieser erklärte nach dem Buchholz-Spiel (2:5) völlig überraschend seinen Rücktritt. Denn nach den beiden neuerlichen Niederlagen gegen Ruwertal (1:2) und eben Buchholz sah sich der erfahrene Coach nicht mehr in der Lage, dem Team neue Impulse zu geben. „Nach reiflicher Überlegung habe ich diese Entscheidung, die mir nicht leicht fiel, getroffen. Ich hatte das Gefühl, dass ich einige in der Mannschaft nicht mehr erreicht habe. Mit diesem Schritt möchte ich einen Impuls geben, dass die Mannschaft noch mal die Kurve kriegt und die Klasse im Frühjahr halten kann.“ Weil Heinsdorf auch beruflich oft im Ausland unterwegs war, war es ohnehin nur eine Frage der Zeit, als Trainer aufzuhöhren. Mit Jochen Conrad übernimmt jetzt ein alter Hase das Team alleinverantwortlich. Conrad kennt die Truppe aus dem Effeff und weiß, wo er den Hebel ansetzen muss. So wird es nach dem Nachholspiel am 25. Februar zuhause gegen Schweich darauf ankommen, gegen die unmittelbare Konkurrenz danach zu punkten. Denn dann warten mit dem TuS Kröv und dem Nachbarn aus Leiwen richtungsweisende Derbys, die man unbedingt gewinnen muss. 

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