05.02.2018

Nachbericht, Lebenshilfe-Hauptturnier: Die Eintracht dominiert erneut

Oberligist Eintracht Trier holt sich zum fünften Mal den Sieg beim Hauptturnier

Der klassenhöchste Verein siegte: Der SV Eintracht Trier 05 sicherte sich erneut den Sieg im Lebenshilfe-Hauptturnier. Foto: Andrea Meisberger

Turnierfavorit Eintracht Trier wurde beim Hauptturnier seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und sicherte sich zum fünften Mal den Sieg beim traditionsreichen Hallenturnier vor 400 Zuschauern in der Konzer Saar-Mosel-Halle. Im Finale besiegte das Team von Coach Daniel Paulus den Bezirksligisten SG Saartal Schoden mit 1:0.

Die 23. Auflage der Lebenshilfe-Turniere in der Konzer Saar-Mosel-Halle wurde erneut zu einem vollen Erfolg. Die an den drei Turniertagen in Scharen in die Sporthalle strömenden Besucher wurden auch zum Thema gutklassiger Fußball unterm Hallendach nicht enttäuscht. Vor allem der Freitag sah mit fast 500 Zuschauern eine ausgebuchte Halle, als neben dem Turnier der E-Jugend, der Freizeit -und Betriebsmannschaften und des Turniers der Kreisligisten vor allem der Wettbewerb der Mannschaften mit Handicap für Begeisterung sorgte. Die Freude über die „gelebte Inklusion“ überstrahlte das Turnier auf der ganzen Linie. Und die Spendenbereitschaft übertraf die Erwartungen erneut: So durfte der Förderverein „Mach mit – Fußballer helfen“ der Lebenshilfe-Kreisvereinigung Trier/Saarburg eine Rekordsumme überreichen. Wie Turnierchef Bernd Marx ausführte, wurden im Ergebnis der 23. Auflage 8.763,- Euro an Spendengeldern übergeben. Das bedeutet neuer Rekord und die Erkenntnis, dass die Veranstaltung eine immer größere Resonanz erfährt. Schon im Vorjahr wurde mit 8.150,- Euro eine Rekord bedeutende Summe übergeben. Marx führte aus, dass sich der gesamte Spendenbetrag aus den letzten 23 Jahren nunmehr auf über 125.000,- Euro belaufe. So lobte der Vorstandsvorsitzende der Kreisvereinigung der Lebenshilfe, Kilian Zender, nicht nur die hervorragende Organisation des Turniers, sondern auch den inhaltlichen Charakter. „Der Dank geht an Bernd Marx für die perfekte Organisation. Wir dürfen einen stolzen Betrag aus dem Erlös des Turniers in Empfang nehmen. Die Veranstaltung hat ein weiteres Mal eindrucksvoll bewiesen, dass über den Fußball Inklusion gelebt wird.“ Die Siegerteams gaben traditionell ihre Prämien an die Lebenshilfe zurück – auch die Schiedsrichtervereinigung Trier/Saarburg verzichtete auf ihre Spesen und spendete darüber hinaus einen Betrag von 250,- Euro. Besonderer Dank galt dem Turnierleiter Peter Becker sowie den Gastgebervereinen SV Konz, SV Krettnach und SV Filzen-Hamm. 

1. Halbfinale

Im ersten Halbfinale setzte im ligainternen Duell zweier Bezirksligisten die SG Saartal Schoden gegen den
Lokalmatadoren SV Konz mit 2:0 durch und zog damit ins Endspiel ein.


Zunächst soll der Weg der beiden Halbfinalisten in dieses Halbfinale skizziert werden. Der SV Konz zog aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber der Konkurrenz aus Sirzenich und Langsur als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein. Gegen Rheinlandligist SV Mehring bewies der SVK mit einem 0:0 nach regulärer Spielzeit im Sieben-Meter-Schießen Nervenstärke und gewann mit 4:3. Die Saartaler, die wie sämtliche Turnierteilnehmer mit ihren Cheftrainern anreisten, zogen ebenfalls als zweitbester Gruppendritter ins Viertelfinale ein. In den Gruppenspielen reichte so ein glattes 5:0 gegen Bezirksliga-Tabellenführer SG Hochwald zum Weiterkommen. Im Viertelfinale wurde Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst dank der Tore von Dominik Lorth und Lukas Kramp mit 2:0 aus dem Rennen geworfen. Die Partie selbst war intensiv und spannend. Konz‘ junger Torwart Jordan Nkomgove parierte in der ersten Minute einen Schuss von Benedikt Schettgen per Fuß. Doch wenig später war Nkomgove nicht im Bilde, als er unfreiwillig Andre Paulus bediente und dieser zur Schodener Führung einschob. In der vierten Minute wurde Dominik Lorth nicht angegriffen: Der Stürmer nagelte die Kugel aus 15 Metern unter die Latte zum 0:2. Der Konzer Keeper hatte danach bei einem Schuss von Kevin Bernard den Fuß noch dran. Konz wurde anschließend stärker: Tristan Reger traf den Pfosten und ein Schuss von Tom Richter touchierte das Außennetz. Anschließend verpasste Richter aus linker Position das 1:2. Schodens Keeper Mark Körner blieb im Eins gegen Eins gegen Aljoscha Schmidt Sieger. Doch das war‘s schon mit der Konzer Herrlichkeit – die fehlenden Alternativen von der Bank hatten für einen Kräfteverschleiß gesorgt. So hätte die Mannschaft von Coach Thomas Berens auch höher gewinnen können, als Bernard der Ball über die Sohle rutschte und auch Christopher Boesen knapp verzog. Beide Male leistete Paulus die Vorarbeit. Es blieb beim 2:0 für Schoden. 

2. Halbfinale

Im zweiten Halbfinale waren die Rollen klar verteilt: Oberligist SV Eintracht Trier 05 hatte es mit dem stark luftrumpfenden B-Trier/Saar-Spitzenreiter SV Tawern zu tun und wurde seiner Favoritenrolle beim 3:0 gerecht. Tawern legte als klassentiefster Verein des Turniers bärenstarke Auftritte hin und wurde am Ende Dritter.


Die Trierer Eintracht hatte es sich nicht nehmen lassen, mit der gesamten Trainergilde nach Konz zu reisen, um dem karitativen Charakter des Turniers zu entsprechen. Der SVE spazierte unter fachkundiger Anleitung des Headcoaches Daniel Paulus und seines Assistenten Michael Fleck fast mühelos und ohne Gegentor durch die Gruppenphase. Gegen den SV Konz gab es ein 3:0, die SG Langsur wurde mit 1:0 besiegt und gegen den SV Sirzenich gab es ein 2:0. Auch im Viertelfinale blieb man ohne Gegentor, auch wenn nach dem 0:0 gegen die TuS Mosella Schweich ein Sieben-Meter-Schießen herhalten musste. Dort blieb der Oberligist mit 7:6 erfolgreich. Der SV Tawern überzeugte mit einer frischen und offensiven Spielweise in den Gruppenspielen und ging dort als Erster über die Ziellinie. Gegen den späteren Finalisten SG Schoden gewann das Team von Christian Gales mit 2:1, gegen den SV Mehring mit 1:0, nur gegen die SG Hochwald gelang beim 1:1 kein Sieg. Im Viertelfinale düpierte der SVT Langsur mit 2:0. Der SVE begann initiativreich und offensivstark. Leoluca Diefenbach knallte den Ball an den Pfosten, doch in der fünften Minute überwand Dominik Kinscher den guten Tawerner Keeper Marc Metzdorf zum 1:0. Trier blieb am Drücker: Aaron Engeldinger verpasste ebenso das 2:0, wie Sekunden später Jan Brandscheid, dessen Schlenzer am linken Pfosten vorbeitrudelte. SVE-Torwart Tim Stemper parierte einen Schuss von Tawerns Sebastian Lang und kurz darauf einen Knaller von Fabian Weber. Nachdem Lukas Servatius noch den Außenpfosten traf, entschied der gleiche Spieler nach einem Konter das Spiel zum 2:0. Ömer Kahyaoglu bugsierte im Liegen die Kugel zum 3:0 über die Linie (9.). Der SVE wirkte insgesamt spritziger, ballsicherer und schneller. 

Finale

Rekordträchtige Eintracht: Der SVE hat nach dem 1:0-Finalsieg gegen starke Saartaler Historisches geschafft. Mit dem abermaligen Gewinn des Lebenshilfe-Hauptturniers gelang dem klassenhöchsten Vertreter beim Traditions-Event der insgesamt fünfte Triumph. Die Bilanz wird nochmals deutlich aufgewertet, wenn man den Fakt zugrunde legt, ohne ein einziges Gegentor durch den Wettbewerb marschiert zu sein. 


Eines vorweg: Die Siegprämie von 300,- Euro wurde selbstverständlich an die Lebenshilfe gespendet. Doch das Trainerteam legte noch einen drauf und brachte sich mit 500,- Euro zusätzlich in die Turniergeschichte nachhaltig ein. Auch sportlich wurde die Eintracht ihrer Favoritenrolle gerecht und siegte mit 1:0 dank eines Treffers von Jan Barndscheid. Die Eintracht musste jedoch gleich zu Beginn eine Schrecksekunde überstehen, als Andre Paulus freistehend vor dem erst 17-jährigen Tim Stemper auftauchte, dann aber scheiterte. Schoden begann fokussiert und ging aggressiv in die Zweikämpfe. Ein Foul von Lukas Kramp an Leoluca Diefenbach blieb glücklicherweise ohne Folgen. Der junge Trierer Stürmer kam mit einer Prellung davon und durfte weitermachen. Der SVE war logischerweise überlegen und ließ den Ball geschickt in den eigenen Reihen zirkulieren, doch Schoden lauerte geradezu auf Fehler der Eintracht-Bubis. Als mehrere Schüsse knapp neben das Schodener Tor gingen oder Mark Körner mit guten Paraden auf sich aufmerksam machte, brachte die vierte Minute die Entscheidung: Nach Pass von Luca Sasso-Sant wurde Brandscheid auf die kurze Reise geschickt. Der ehemalige Mehringer knallte die Kugel an den Innenpfosten und von dort ins Tor. Schoden wurde präsenter und aggressiver, doch die Eintracht blieb gefährlich. So spitzelte Brandscheid einen Lupfer übers Tor, anschließend verzog Dominik Lorth nur knapp (6.). In der siebten Minute verriet Kramp Kämpferqualitäten, als der schnelle Schodener Stürmer einen Ball noch kurz vor dem Grundlinien-Aus unter Kontrolle bekam und scharf nach innen passte, Paulus jedoch knapp verzog. Das Finale blieb umkämpft, intensiv und offenbarte viel Tempo. Dominik Kinscher hätte auf 2:0 erhöhen können, blieb aber glücklos. Schoden mobilisierte in den verbleibenden zwei Minuten noch einmal alles: Stemper klärte per Fußabwehr bei einer Direktabnahme von Kramp. Auf der anderen Seite scheiterten Kinscher und Engeldinger am gut aufgelegten Körner im SG-Gehäuse mehrfach. Am Ende stand der SVE unter Druck, brachte die dünne 1:0-Führung jedoch geschickt über die Zeit. Im Interview lobte SVE-Cheftrainer Daniel Paulus nicht nur seine Jungs, sondern auch das Turnier insgesamt. „In erster Linie haben wir für den guten Zweck gespielt und gerne in Konz mitgemacht. Wir sind natürlich mit dem Ehrgeiz und Anspruch angetreten, zu gewinnen. Ich denke, dass wir diesem Anspruch, ohne Gegentor durchs Turnier zu gehen, auch gerecht geworden sind. Es hat sehr viel Spaß gemacht.“ Paulus weiter: „Wir waren mit einer ganz jungen Mannschaft hier, die richtig Lust auf Hallenfußball hatte. Zwar war es in einigen Situationen mal emotional, doch Emotionen gehören im Fußball nun mal dazu. Wir setzen auch weiter auf die Jugend.“ Bis auf Torwart Tim Stemper (U17) und Lukas Servatius (U19) kam die Eintracht ausschließlich mit Spielern nach Konz, die dem aktuellen Oberligakader zuzurechnen sind. Die Siegerehrung wurde von Michael Herrmann und Bernd Marx, beide führende Funktionäre des Fördervereins „Mach mit – Fußballer helfen“, vorgenommen. „Ich kann jetzt schon verraten, dass wir eine Summe zusammengetragen haben, die die Gesamtsumme von 120.000,- Euro überschreiten wird. Das allein macht mich stolz.“ Für die Eintracht und den Finalisten aus dem Saartal wartet Mitte Februar die Weinprobe bei Alfons Berg, dem früheren Bundesliga-Schiedsrichter aus Konz. Im nächsten Jahr wird das Traditionsturnier aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten nicht in der Konzer Halle stattfinden. Saarburg und Osburg sind im Gespräch. 

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