05.02.2018

Nachbericht, Dachdecker-Lauer-Cup: Der Cup bleibt in Osburg

Die SG Osburg/Thomm/Lorscheid/Morscheid bezwingt Seriensieger Tarforst

Gut Ding braucht Weile: Im fünften Anlauf konnte die SG Osburg den heimischen Lauer-Cup endlich für sich entscheiden. Foto: Jens Reh

Sensation in der Hochwaldhalle: Nach zwei Turniersiegen in Folge hatte der FSV Tarforst in diesem Jahr das Nachsehen. Lokalmatador Osburg sicherte sich im Neun-Meter-Schießen den begehrten Pokal und ein Preisgeld von 1.000,- Euro. 

Das mit 2.500,- Euro Preisgeld höchstdotierte Hallenturnier der Region bestach auch in der fünften Ausgabe mit erstklassigem Hallenfußball. Rund 900 Zuschauer verfolgten den Lauer-Cup, bei dem sich die Siegermannschaft über 1.000,- Euro freuen darf. Der erste Turniertag sorgte für wenige Überraschungen: In Gruppe 1 qualifizierte sich der TuS Mosella Schweich ungeschlagen für die Zwischenrunde, Rascheid sicherte sich nach einem 5:0 gegen die Tarforster Reserve den zweiten Platz. In Gruppe 2 hatte A-Ligist FC Könen das Nachsehen gegen die klassentieferen Teams Hermeskeiler SV und SG Osburg II. Am zweiten Turniertag qualifizierten sich der SV Leiwen, die Kicker gegen Krebs, die SG Ehrang, die SG Osburg und die SG Osburg III sowie Titelverteidiger Tarforst für die Zwischenrunde. Der FSV dominierte zusammen mit der Mosella aus Schweich die Gruppe A in der Zwischenrunde. Während die Tarforster ungeschlagen ins Halbfinale einzogen, rangierte der TuS mit 23 erzielten Toren auf Rang zwei. Mit der SG Osburg II
und III verpassten gleich zwei heimische Teams den Einzug in die Endrunde. Dies gelang aber der ersten Garde in der
Gruppe B: Mit jeweils elf Zählern zogen Osburg und Ehrang das Halbfinalticket. Die Kicker gegen Krebs verpassten hingegen nach dem vierten Platz im Vorjahr den Sprung in die Endrunde. Auch die SG Rascheid hatte mit zehn Punkten das Nachsehen. Im ersten Halbfinale ebnete der FSV Tarforst mit einem 6:0-Erfolg gegen Ehrang den Weg zum dritten Sieg in Folge. Im zweiten Endrundenspiel schlug die SGO den TuS Schweich und wahrte damit die Möglichkeit auf einen Turniersieg vor eigenem Publikum. Nach einem Finale über die volle Distanz und dem folgenden Neun-Meter-Schießen verhinderten die Hausherren schließlich den dritten Tarforster-Erfolg in Folge. Ehrang sicherte sich im Neun-Meter-Schießen den dritten Platz. Im Mittelpunkt stand auch der gute Zweck: Neben den Einnahmen einer Tombola spendeten die Finalisten einen hohen Prozentsatz ihrer Preisgelder für die Krebshilfe. Mit Alexander Schabo und Marc Fußangel gewannen zwei Spieler des TuS Schweich mit jeweils zehn Toren die Torjägerkanone.

1. Halbfinale

Der Titelverteidiger schoss sich warm und ließ der SG Ehrang keine Chance. Ein halbes Dutzend Gegentreffer kassierte die bis ins Halbfinale ungeschlagene SGE.


Die SG Ehrang startete am Samstag gut ins Turnier und gewann alle drei Gruppenspiele gegen die klassentieferen Mannschaften aus Wasserliesch, Gielert und Mandern. Auch in der Zwischenrunde blieb der A-Ligist ungeschlagen, landete aber auf Rang zwei, da man einen Gegentreffer mehr verbuchte als die Osburger. Titelverteidiger Tarforst musste sich schon in der Vorrunde das erste Mal geschlagen geben. Nach Siegen gegen Serrig und Reinsfeld traf der FSV auf die SG Osburg und verlor. Dennoch reichte es auf einem sicheren zweiten Platz für die Zwischenrunde. Dort dominierte der Rheinlandligist die Gruppe A und qualifizierte sich ungeschlagen für die Endrunde. Nur im letzten Spiel schenkte der FSV, der zu diesem Zeitpunkt bereits sicher im Halbfinale stand, einen Punkt ab. Schon im vergangenen Jahr spielten beide Mannschaften in der Endrunde gegeneinander. Damals sicherte sich Tarforst mit einem knappen 4:3-Sieg im Finale den zweiten Lauer-Cup in Folge. Eine ähnlich enge Partie sollte es bei diesem Mal aber nicht werden. André Thielen traf schnell zur FSV-Führung. Anschließend erhöhte Frank Chalve mit einem Doppelpack auf 3:0. Während die Tarforster sich warm schossen, waren die Ehranger beeindruckt und leisteten dem Rheinlandliga-Zehnten zu wenig Gegenwehr. Das Chancenplus münzten die Tarforster in Tore um: Yannick Lauer baute den Vorsprung auf vier Tore aus und sorgte damit für die Vorentscheidung. Damit gab sich der Titelverteidiger aber noch nicht zufrieden und setzte durch Fabrice Schirra noch einen drauf – 5:0 für den FSV Tarforst. Zum Ende der Partie erzielte dann auch noch Jason Thayaparan einen Treffer. Der eigentliche Mittelfeldspieler stand – wie schon beim Sieg im Veltins-Cup – zwischen den Pfosten und sorgte durch eine offensive Ausrichtung meist für eine Feldüberlegenheit der Höhenkicker. Durch den Erfolg gegen die SGE wahrte der FSV die Chance auf den dritten Cup-Gewinn in Serie.

2. Halbfinale

Die Schweicher Offensive kam gegen eine technisch starke Osburger Mannschaft nicht ins Rollen und hatte nach zwei frühen Gegentoren das Nachsehen.


Der TuS Mosella Schweich präsentierte sich in der Vor- und Zwischenrunde als extrem offensivstarke Mannschaft: 35 Treffer gelangen den Moselanern in nur neun Partien. Mit dieser Torausbeute und souveränen Leistungen galt der Bezirksligist als Favorit gegen die klassentieferen Osburger. Die Hausherren qualifizierten sich an beiden Tagen als Gruppenerster für die nächste Runde und zeigten sich mit nur fünf Gegentreffern als defensiv stabil. Als letzte Osburger Mannschaft im Rennen ruhte die Hoffnung der Heimfans auf den Schultern von Daniel Beckers Team. Diese Hoffnung sollte nicht enttäuscht werden, denn die Schweicher verschliefen die Anfangsphase der Partie. Bereits nach einer Minute platzierte Peter Leinenweber einen Ball am Innenpfosten zur 1:0-Führung zugunsten der Osburger. Nico Lang nutzte nur wenig später einen vom Torwart abgeprallten Ball zum 2:0. Die einzige Offensivaktion der Mosella in der Anfangsphase verzeichnete Torwart Nils Sklarksi mit einem ungefährlichen Distanzschuss. Die SGO drängte auf die Entscheidung. Osburg-Keeper Martin Leinenweber platzierte einen Schuss jedoch knapp über dem Schweicher Tor. Der TuS agierte defensiv und befreite sich nur selten aus der eigenen Hälfte. Erst als der Bezirksligist den Torwart durch einen weiteren Feldspieler ersetzte, erspielte sich die Mannschaft von Jochen Weber Chancen. Einen Schuss aus kurzer Distanz parierte Leinenweber problemlos mit dem Fuß und entschärfte im Anschluss auch einen Distanzschuss. Alexander Schabo glückte schließlich der Anschlusstreffer, als sich der Stürmer um seinen Gegenspieler drehte und flach abschloss (8.). Die verbliebene Zeit reichte der Mosella aber nicht mehr, um den Ausgleich zu erzielen. So blieb es beim 2:1-Sieg der Osburger, die zur Freude der eigenen Fans ins Finale einziehen konnten. Dort wartete mit dem FSV Tarforst eine Mannschaft, auf die die SGO bereits in der Vorrunde getroffen war. 

Spiel um Platz 3

Nach enttäuschenden Auftritten in den Halbfinals sollte ein Neun-Meter-Schießen den Drittplatzierten zwischen Schweich und Ehrang ermitteln. Dabei bewiesen beide Teams Nervenstärke.


Ungeschlagen in der Vor- und Zwischenrunde, kassierten die Ehranger gegen Tarforst im Halbfinale eine bittere Pleite. Auch der Bezirksligist aus Schweich hätte nach guten Vorstellungen sicherlich mit einem Finaleinzug gerechnet. So mussten jedoch beide Teams mit dem kleinen Finale vorliebnehmen. In gegenseitigem Einverständnis sollte ein direktes Neun-Meter-Schießen die Entscheidung bringen. Das kam vor allem den Schweichern zugute, denen nach dem Spiel gegen die SG Osburg nur eine kurze Verschnaufspause geblieben wäre. Obwohl es nur um den dritten Rang ging, wollte sich keine Mannschaft mit dem vierten Platz zufrieden geben. Immerhin durfte sich auch der Drittplatzierte über ein Preisgeld von 500,- Euro freuen, der Vierte immerhin noch über die Hälfte. Jonas Amberg von der SGE machte den Auftakt und verwandelte sicher. Auch der TuS brachte seinen Versuch im Tor unter. Die folgenden Schützen beider Teams trafen sicher. Nur bei einem Ehranger Versuch touchierte der Schweicher Schlussmann Nils Sklarksi den Ball. Nach sieben erfolgreich verwandelten Ehranger Versuchen trat Alexander Schabo für die Schweicher an den Punkt. Schabo hatte zuvor bereits einen Elfmeter gehalten. Dieses Mal jedoch scheiterte der Torschützenkönig des Turniers am Ehranger Schlussmann. 

Finale

Was für ein Finale! Seriensieger Tarforst gab sich nach einer frühen Roten Karte nicht geschlagen und kämpfte sich ins Neun-Meter-Schießen. Dort hatte der FSV jedoch das Nachsehen.


Die Vorzeichen standen gut für die SG Osburg. Bereits in der Vorrunde sicherte sich die Mannschaft von Daniel Becker vor dem FSV Tarforst den ersten Tabellenplatz. Mit einem 4:2-Erfolg im letzten Gruppenspiel zeigte man dem Rekordsieger des Lauer-Cups, dass man ebenfalls technisch guten Hallenfußball spielen kann. Nach dem ersten Platz in der Zwischenrunde und dem Sieg gegen Schweich im Halbfinale kam es zum zweiten Aufeinandertreffen im Turnierverlauf. Die Tarforster waren wie bereits beim Veltins-Cup gemächlich ins Turnier gestartet. In der Zwischenrunde steigerte sich der Rheinlandligist allerdings und zeigte schließlich im Endrundenspiel gegen Ehrang die ganze Klasse. Der Start ins Finale verlief für den FSV katastrophal: Jason Thayaparan, der als Feldspieler erneut im Tor spielte, verlor bei einem Vorstoß den Ball. Peter Leinenweber erzielte mit einem Schuss auf das leere Tor den Führungstreffer (1.). Kurz darauf sah Thayaparan die Rote Karte (2.): Zu weit aufgerückt, blockte der Tarforster einen Schuss der Osburger mit der Hand außerhalb des Torkreises. André Thielen übernahm die freie Position und zeigte bereits beim Sieg im vergangenen Jahr gute Leistungen als Torhüter. Mit nur drei Feldspielern standen die Tarforster jedoch vor einer schweren Aufgabe. Die Hausherren drängten auf das 2:0 und der FSV bekam zunehmend Probleme. Thielen rückte weit auf, um die SGO-Überzahl auszugleichen. Das Risiko wurde belohnt, denn mit dem ersten Torschuss versenkte Yannick Lauer den Ball im Osburger Tor (3.). Als Martin Leinenweber im Tor des A-Ligisten wegen Verhinderung einer klaren Torchance für zwei Minuten vom Platz geschickt wurde, übernahm der FSV die Spielkontrolle. Bei einem Lattenschuss waren die Osburger im Glück. Nach Ablauf der Zwei-Minuten-Sperre meldete sich Leinenweber im Tor zurück. Bei einem Angriff der SGO rückte der Keeper auf und versenkte die Kugel unhaltbar für Thielen im rechten Winkel (6.). Der Jubel von den Zuschauerrängen verstummte aber kurz darauf, denn Yannick Lauer glich mit seinem zweiten Tor aus (7.). In den Schlussminuten drängten die Osburger auf die erneute Führung, um das Spiel noch vor Ablauf der Zeit für sich zu entscheiden. Dennoch musste sich der SGO vor Kontern der Tarforster in Acht nehmen. Nach einem Remis sollte das Neun-Meter-Schießen über den Cup-Sieger entscheiden. Pascal Marx scheiterte als erster Osburger Schütze am FSV-Torwart. Der Schuss von Tarforsts Niko Schmitt landete ebenfalls in den Händen des Torhüters. Anschließend trafen beide Mannschaften ihre folgenden vier Schüsse. Auch die beiden Schlussmänner André Thielen und Martin Leinenweber verwandelten ihre Versuche vom Punkt. Nach dem fünften Osburger Treffer in Folge scheiterte FSV-Stürmer Fabrice Schirra an Leinenweber. SGO-Trainer Daniel Becker freute sich über den Heimerfolg: „Hier zuhause zu gewinnen, ist natürlich immer ein schönes Gefühl. Es war fällig, dass wir auch mal unser eigenes Turnier gewinnen. Wenn man so ein Turnier ausrichtet, steckt immer viel Herzblut dahinter. Der Sieg als Heimverein ist dann doppelt schön.“ 

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