23.12.2017

Kicken wie die Profis

Das Team Bananenflanke bietet benachteiligten und beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen ein professionelles Vereinsleben

Alles Manni Ballnane? Eine Mannschaft des Trierer Bananenflanke e.V. bei einem Turnier im Stadtpark Bonn-Bad Godesberg mit Maskottchen. Foto: Team Bananenflanke Trier e.V.

Einmal in der Woche trainiert der Team Bananenflanke Trier e.V. im BC Sportcenter in Kenn. Hinter dem Namen verbirgt sich aber keine Freizeitmannschaft, sondern ein durchdachtes Fußballprojekt, das benachteiligten und beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen das Spielen in einem professionell organisierten Verein und einer eigenen Liga ermöglicht. Im kommenden Jahr will der Verein den 2. Mosel-Cup veranstalten.

Anfang 2011 in Regensburg gegründet, gilt „Team Bananenflanke“ als innovatives Fußballprojekt für körperlich und geistig beeinträchtigte sowie sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Vom ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck wurde das Projekt sogar mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold geehrt. Gemeinsame sportliche Erfolge sollen helfen, die Persönlichkeit und sozialen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Im Vordergrund steht, wie bei jeder anderen Mannschaft, der gemeinsame Spaß am Sport und dem gemeinsamen Kicken. Kein Wunder, dass sich „Team Bananenflanke“ mittlerweile in ganz Deutschland etabliert hat. Auch in Trier gibt es ein Bananenflanken-Team: Auf Initiative der Lebenshilfe Trier und mit Unterstützung des SV Eintracht Trier sowie dem Round Table Club Trier wurde im Februar 2016 „Team Bananenflanke Trier e.V.“ gegründet. Jeden Freitag treffen sich um 17.00h 30 bis 40 Fußballerinnen und Fußballer im Alter von zehn bis 25 Jahren in der Soccerhalle des BC Sportcenter Kenn, um für zwei Stunden dem gemeinsamen Hobby nachzugehen. Begonnen hatte alles mit 17 Spielern. Dank des großen Zulaufs reist das Trierer Team zu Turnieren wie nach Bonn, die von anderen Bananenflanke-Vereinen ausgetragen werden. Hier spielen die Trierer dann gegen andere Teams aus ganz Deutschland. „Die Mannschaft fährt mit Bussen oder Elternteilen zu den Turnieren und tritt dort gegen andere Teams an. Besonders die Eltern engagieren sich sehr und ermöglichen Vieles, was ansonsten nicht ginge“, erklärt Boris Cucka, Inhaber der Soccerhalle und einer der Gründungsmitglieder des Vereins. Im Oktober organisierte das Team Bananenflanke Trier innerhalb von nur zwei Wochen den ersten Bananenflanke-Mosel-Cup. Vier Teams spielten um den Cup, unterstützt von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die als Schirmherrin des Turniers fungierte, sowie Trierers Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Auch Maskottchen Manni Ballnane war vor Ort, um alle Teilnehmer mit einem eigenen Pokal für die erbrachte Leistung zu belohnen. Für September 2018 ist die zweite Auflage des Mosel-Cups geplant. Dann werden zwölf Teams in Kenn erwartet. Vor allem die Einsatzbereitschaft der Spieler freut Cucka: „Die Spieler treten wie echte Profis auf. Alle sind mit Begeisterung dabei. Man hört viele Geschichten, aber hier im Verein haben alle eine Heimat und fühlen sich wohl. Man sieht auch, wie stolz die Eltern sind, wenn sie ihre Kinder anfeuern.“ Um optimal vorbereitet zu sein, trainieren die Bananenflanker vor einem Turnier sogar zweimal die Woche. Aber nicht nur Fußball steht auf dem Programm der Mannschaft, sondern auch Spielbesuche im Moselstadion, Ausflüge und eine große Weihnachtsfeier. In Zukunft soll der Team Bananenflanke Trier e.V. weiter wachsen, denn laut Boris Cucka sind alle Interessenten eingeladen: „Jeder ist willkommen und kann Mitglied im Verein werden. Man muss nicht nur spielen, sondern kann den Verein auch auf andere Weise unterstützen oder das Team als Gäste einladen.“ Inforamtionen zum Projekt und dem Team Bananenflanke Trier e.V. gibt es auf ballinga.com und unter facebook.com/bfltrier.

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